Sonderausstellung im Erdölmuseum Wietze
Von Dienstag, 22. Juni bis Sonntag, 8. August
Sonderausstellung „Von Preußen nach Europa – eine Heimat verändert sich“
Ort: Deutsches Erdölmuseum Wietze
Die Ausstellung wurde vom Kreisarchiv Celle annläßlich des 125jährigen Bestehens des Landkreises Celle erarbeitet. Zahlreiche Aspekte der Landkreisgeschichte werden in dieser Ausstellung ausführlich präsentiert. Viele Persönlichkeiten, die die Politik, Wirtschaft oder Kultur des Landkreises geprägt haben werden vorgestellt. In der Ausstellung erfährt der Besucher natürlich auch Einiges über die hiesige Erdölproduktion.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Landkreis Celle im Wesentlichen agrarisch geprägt. Zwar war neben der seit langem in Lachendorf produzierenden Papier“fabrik“ Drewsen bereits 1859 in Wietze die erste fündige Erdölbohrung niedergebracht worden, allerdings ohne großen Erfolg, und in den 1860er Jahren hatte die Firma Berkefeld in Niederohe, 1884 auch in Oberohe, mit der Nutzung des Kieselgurs als Filtermaterial begonnen, doch an eine wirkliche Industrialisierung des ländliches Raumes war noch nicht zu denken. Diese nahm erst Züge an, als nach 1885 die Erdölförderung in Wietze langsam in Gang kam und nach der Jahrhundertwende auch in Nienhagen Erdöl gefunden wurde. Hinzu kam die Entdeckung mehrerer Kali- und Steinsalzlagerstätten, deren Ausbeutung noch vor dem Ersten Weltkrieg begann, zuerst 1905 in Wathlingen, dann in Steinförde, Hambühren und Oldau und schließlich nach dem Ersten Weltkrieg 1922 in Habighorst und Höfer-Mariaglück.
Mit den erfolgreichen Erdölbohrungen auch in Nienhagen 1906 war die Industrialisierung im Landkreis Celle endgültig angekommen. In den betroffenen Gebieten brachte der Abschluss von Bohrverträgen den Bauern für ihren Grund und Boden zum Teil mehr ein als Ackerbau und Viehzucht. Wietze und Nienhagen wurden zum deutschen Texas. 1935 kamen etwa 96 % des deutschen Erdöls aus dem Landkreis Celle, wobei Nienhagen mit 75 % den Löwenanteil hatte. Wietze lag mit Bohr- und Schachtbetrieb (Abbau von Sickeröl und Ölsand) bei etwa 21 %. Bohrtürme schossen wie Pilze aus der Erde und prägten die Landschaft. Umweltaspekte spielten noch keine Rolle, und heute ist kaum mehr vorstellbar, mit welcher Umweltverschmutzung die frühe Erdölförderung stattfand. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen 1948 noch das Feld Eldingen und 1951 das große Feld Hohne bei Lachendorf hinzu.
Das Deutsche Erdölmuseum Wietze ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. In den Sommerferien (24.6. bis 4.8.) auch Montag von 10:00 bis 18:00 Uhr.read more >>