05.06.12
Celle Stadt + Landkreis
Acht Jahre Gleichstellungsarbeit

Ende Mai 2012 ist Brigitte Fischer in den Ruhestand getreten. Acht Jahre lang war sie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle.

„Dieser Beruf hat meine Perspektive verändert“, sagt Fischer, die ihren erlernten Beruf der Verlagskauffrau der Familie wegen aufgegeben hatte. „Zuletzt war ich in Hagen (Westfalen) als stellvertretende Anzeigenleiterin mit Handlungsvollmacht.“ Dann lernte sie beim Tennisspielen ihren späteren Ehemann kennen. „Dass ich dann meine Kariere quasi hingeschmissen habe, das konnte niemand verstehen. Durch den Umzug nach Lachendorf habe ich mich erstmal auf die Familienphase eingelassen und war auch gerne Mutter. Aber das konnte für mich noch nicht alles gewesen sein, so habe ich mir wieder eine berufliche Beschäftigung gesucht.“ Aus einer Verwaltungstätigkeit hatte sich Fischer 2004 zunächst noch als Frauenbeauftragte beworben. Bald schon war die Stelle mit einem Augenmerk auf Männer in eine Gleichstellungsbeauftragte umgewandelt worden. Unter anderem der Männergesundheitstag geht auf diese Aufgabenerweiterung zurück. „Das extrem vielfältige Aufgabenfeld hat mich stets gereizt und gerade die Kontroversen um die Stelle und ihre Tätigkeit zeigen ein ums andere Mal, wie wichtig es immer wieder ist, das Thema Gleichberechtigung in den Köpfen zu verankern.“ 

Gerade die Integrationsarbeit erlebte Fischer als prägend: In gemeinsamen kultur- und religionsübergreifenden Projekten zu suchen, was die Menschen verbindet und für gegenseitigen Respekt und Achtung zu arbeiten. „Aber auch die Einrichtung des Eltern-Kind-Büros im Rathaus, oder die Gründung des“ Arbeitskreises familienfreundliches Celle“ im Rahmen des „Lokalen Bündnisses für Familien“ sind für mich ebenso Meilensteine gewesen, wie das Thema Frauen in Führungspositionen, die Veranstaltungen zur internationalen Frauenarbeit, denn Gleichstellungsarbeit ist ja auch Auftrag der Vereinten Nationen, oder die Tage für atypische Berufe für Hauptschulabsolventinnen und –absolventen.“  Dazu kamen vielfältige Veranstaltungen, Arbeitskreise und Diskussionszirkel, die sie veranstaltete, organisierte und leitete. Und bei der Energie, die Brigitte Fischer bei ihrem Erzählen und Erinnern entwickelt, kann man sich lebhaft vorstellen, dass sie ab 1. Juni in einen bewegten „Unruhestand“ mit vielfältigen Tätigkeiten eintritt.

 

Andrea Hoffmann