Der ereignisreiche Juni bringt vielfältige, große und kleine Veranstaltungen, von sportlichen Großereignissen über regionale Gemeinschaftsfeiern, von Orts- und Schützenfesten über das FlotART bis zu Märkten und dem Tag des offenen Hofes. Sie alle finden überwiegend im Freien statt – wir hoffen also auf sommerliches Wetter und Glück. Unsere (oft geschmähte) Titelschönheit hat nämlich genau damit zu tun.
Der Tag der Niedersachsen vom 18. bis 20. Juni in Celle wird ein Fest für Einheimische und auswärtige Gäste gleichermaßen. Institutionen, Vereine und Verbände präsentieren sich und ihre Ideen. Sport, Kunst, Tradition und Kultur kommen in vielfältiger Weise zur Aufführung und es darf auch kulinarisch nach Herzenslust gefeiert werden.
Am 11. Juni beginnt ein internationales Großereignis, das bis zum 11. Juli sportbegeisterte in seinen Bann ziehen wird: Die Fußball-Weltmeisterschaft. Auch in Celle wird es in diesem Jahr Orte geben, an denen man gemeinsam mit anderen Fans die Spiele verfolgen kann. Public Viewing heißt das Zauberwort. Während des Tags der Niedersachsen finden im Französischen Garten (auf Bühne 7 / Arena) Fußball-WM-Liveübertragungen statt.
Beide Großereignisse brauchen eines: Glück. Glück mit dem Wetter der Tag der Niedersachsen und Glück im Spiel die Fußball-Nationalmannschaft, die ja nach dem Verletzungspech der vergangenen Wochen eine ordentliche Portion Glück verdient hat. Und so kommt es auch zu unserem Titelbild: Ziegen bringen nämlich Glück! Immerhin hat der 1. FC Köln, dessen Lukas Podolski mit der Nationalmannschaft in Südafrika auf den Rasen laufen wird, eine Ziege als Maskottchen. „Billy the Goat“ (Billy die Ziege) soll dem Football-Team der United States Naval Academy zu Siegen verhelfen. Auch in anderen Bereichen, in denen es um Abwehr und Angriff geht, spielen Geißböcke als Glücksbringer eine Rolle. Das ABC-Abwehrbataillon in Höxter und das Royal Regiment of Wales, zwei Militäreinheiten also, haben Ziegenböcke als Maskottchen. Möge die Ziege gutes Wetter und gute Fußballspiele bringen!
Das genügsame Tier gehört zu den ältesten Haustieren und wird auch als „Kuh des kleinen Mannes“ bezeichnet. Ziegenbesitzer zu sein brachte zwar kein großes Ansehen, aber man brauchte andererseits keine fetten Wiesen oder große Ställe, um Tierhalter zu sein. Trotzdem hatte man Milch und Fleisch und auch das Fell konnte verwertet werden. Auch in unwegsamen Gegenden finden sich die wendigen und kletterfreudigen Tiere gut zurecht. Wegen ihrer meckernden Laute und ihrer großen Neugierde haben Ziegen einen eher schlechten Ruf. Ein ganzes Arsenal von Beschimpfungen, von „mecker nicht herum“ bis „blöde Zicke“ oder „alter Bock“, geht auf sie und ihre Geräusche zurück. Und auch als „Sündenbock“ muss das Tier herhalten. Noch heute stellen manche Bauern in Irland eine Ziege mit den Kühen auf die Weide, denn nach einem Aberglauben gehen Krankheiten dann auf die Ziege über und verschonen das wertvollere Milchvieh. Sogar dem Teufel wurden ihre Attribute – Hörner, Bocksbeine und Schwanz – angedichtet.
Nachdem sie lange Jahre in Deutschland eher ein Schattendasein spielte, kehrt die Ziege heute langsam wieder auf Höfe und Weiden zurück. Beim Tag des offenen Hofes kann man auch im Landkreis Celle Ziegen treffen. Ziegenkäse und Ziegenmilchprodukte sind bei Allergikern und Gourmets gleichermaßen beliebt. Und auch die Glücksbringerqualitäten des wendigen Tieres werden nun wieder geschätzt. Möge es nützen!
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Andrea Hoffmann




