Die Überschrift „Tag der Niedersachsen“ nimmt das Celler Vorbereitungsteam um Alexander Hass und Jörg Brüsewitz wörtlich: Es soll wirklich für Alle und Jede/n etwas dabei sein, von Groß bis Klein, von Alt bis Jung, von Heidjer oder Ostfriese bis zur Niedersächsin mit Migrationshintergrund. Ganz Niedersachsen ist zum Feiern eingeladen. „Viele Menschen werden nach Celle kommen – und viele davon zum ersten Mal“, freuen sich die Organisatoren. Und Celle blickt am 18. bis 20. Juni 2010 seinem wohl bislang größten und umfassendsten Festereignis entgegen.
Bevor an drei Tagen Celle zur Fest-Metropole wird, müssen im Hintergrund tausende von großen und kleinen Dingen bedacht werden. Die umfangreiche und detaillierte Organisation ist in vollem Gange. Die Sperrung der Innenstadt will gut vorbereitet sein, denn sie soll nicht nur gut funktionieren sondern auch keinen Ärger bescheren – weder den Anwohnern noch den Geschäftsleuten oder Besuchern. Standorte der Stände und deren Versorgung mit Wasser und Strom müssen ebenso geplant werden, wie Parkplätze oder Übernachtungsmöglichkeiten für die vielen Beteiligten aus dem ganzen Bundesland. Auch internationale Gäste werden erwartet, denn die Stadt hat Delegationen aus all ihren Partnerstädten eingeladen. Und das sind immerhin zehn an der Zahl! Überhaupt wird der Tag der Niedersachsen in Celle eine internationale Note bekommen – mit einer eigenen multikulturellen Meile der Integration.
„Wir wollen die Gastgeber mit Herz sein“, sagt Veranstaltungsleiter Alexander Hass. „Hier in Celle wird man mit einem freundlichen Lächeln begrüßt. Die Gäste sollen sich bei uns willkommen und gut aufgehoben fühlen.“ Und dafür wird einiges getan: Zehn Park and Ride Parkplätze sollen für bis zu 7.500 Autos Raum bieten. Hier werden die Ankommenden von Freiwilligen freundlich begrüßt. Für fünf Euro können bis zu fünf Personen mit dem Shuttlebus zur Partymeile und wieder zurück zum Parkplatz fahren. Auf fünf Linien werden die Parkplätze mit dem CeBus an die Festmeile angebunden. Mehrere hundert Stände, ein stimmungsvoller Mittelaltermarkt, eine bislang nie dagewesene Lightshow oder auch die „Miss-Barock“ Wahl sollen Celle als besondere Ausrichterstadt des 30. Tag der Niedersachsen unvergesslich machen. Um sich zu stärken stehen neben der örtlichen Gastronomie 100 Catering-Stände mit abwechslungsreichem Angebot an Speisen und Getränken zur Verfügung.
Wieviel Arbeit, Planung und Organisation dafür im Vorfeld und im Hintergrund nötig ist, davon macht man sich kaum ein Bild. Seit einem Jahr laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Neben einem Programmheft, das in einer Auflage von 80.000 Stück ausliegen wird, ist auch das jährliche Niedersachsenbuch entstanden.
1.200 Biertischgarnituren wurden bestellt, 2,5 Kilometer Wasserschlauch werden verlegt, 16 WC-Container aufgestellt und etliche Sicherheitswesten wurden gekauft – auch an solche Details muss vor einem Festakt gedacht werden. Um die 400 Stände werden an das Stromnetz der SVO angeschlossen – das entspricht etwa der Versorgungsleistung für ein Dorf! Hell, bunt, stimmungsvoll, lebendig und ruhig im Ablauf soll das Fest werden.
Für das Feiern muss Raum geschaffen werden: Der gesamte Innenstadtbereich wird für den Verkehr gesperrt werden, natürlich während der Festtage aber auch schon während des Aufbaus in der Woche davor. Das bedeutet natürlich auch Einschränkungen für den Lieferbetrieb und für die Anwohner. Der Wochenmarkt am Fest-Samstag muss leider entfallen – dafür werden aber andere Stände und Angebote die Innenstadt bereichern. Hier wird die heimische Wirtschaft nicht nur durch die vielen Besucher profitieren, sondern auch heimische Firmen wurden mit verschiedenen Aufträgen bedacht. Und nicht zuletzt bringt der Tag der Niedersachsen mit seinem reichhaltigen Angebot auf 12 Bühnen und der umfassenden Medienberichterstattung, für die Alexander Hass verantwortlich zeichnet, einen nicht zu unterschätzenden Werbeeffekt für die Stadt.
Den Verkehr aus der Stadt zu nehmen heißt auch, den Bus-Verkehr zu verlegen. Der zentrale Umsteigehalt am Schlossplatz wird für alle Linien ortsnah verlegt. Die neuen Halteplätze werden deutlich ausgeschildert, so dass sich die Umstände in kleinstmöglichen Grenzen halten werden – und viele Leute die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen! Natürlich sind in der Fahrradregion auch bewachte Parkplätze für Drahtesel eingeplant. ÖPNV, Radeln und zu Fuß gehen entlasten ja nicht nur verkehrstechnisch, sondern dienen auch der Sicherheit für den Fall, dass man ein Glas Bier oder Wein trinken möchte!
Auch Sicherheitsaspekte wollen bedacht sein. Hierzu fand bereits eine Sicherheitskonferenz mit allen Beteiligten statt. „Es werden alle da sein, die da sein müssen – und die man hoffentlich nicht brauchen wird“, sagt Jörg Brüsewitz, Projektleiter der Festivität, gelassen. Eine gute Planung wirkt auch hier nachhaltig und vorbeugend.
Mit 300.000 Besucherinnen und Besuchern rechnen die Veranstalter – und sehen dem erhofften Ansturm sehr gelassen entgegen. Auch der ÖPNV wird mit einbezogen, es fahren Sonderzüge und die S-Bahn Anbindung zum Hauptbahnhof Hannover läuft im Halbstunden-Takt.
Aus dem ganzen Bundesland reisen Gruppen, Vereine und Verbände an und tragen den Tag der Niedersachsen mit ihren Beiträgen aus den Bereichen Kultur, Brauchtum und Tradition. Allein der Landestrachtenverband hat sich mit 800 Menschen aller Altersstufen angekündigt! Gut 2.000 Aktive übernachten in Celle. In enger und guter Zusammenarbeit mit dem Landkreis konnten hier Schlafplätze in Schulen und Turnhallen zur Verfügung gestellt werden. Turnhallen dienen auch den vielen Künstlern und Sportlern, die das Fest bereichern werden, zur Vorbereitung und zum Aufwärmen. 4.000 Frühstückspäckchen haben die Organisatoren für Aktive, Helfer und übernachtende Künstler bestellt. Denn es sollen sich hier auch diejenigen wohl fühlen, die zum Gelingen des Festes aktiv beitragen.
Nicht nur als Gäste oder Zuschauer können sich Menschen beteiligen, sondern Bürgerinnen und Bürger können den Tag der Niedersachsen auch aktiv mitgestalten. Noch werden Ehrenamtliche gesucht, die sich für ein paar Stunden, für alle drei Tage oder bei einer bestimmten Aktion beteiligen wollen. Die Aufgaben reichen von der sehr wichtigen Parkplatzaufsicht – denn hier beginnt das freundliche Willkommensein – über Organisatorisches im Hintergrund bis zur Hilfe bei der Frühstücksausgabe an die Beteiligten aus Vereinen und Verbänden. Wer als Festivalhelfer mitmachen möchte – oder sich erst Mal unverbindlich über Beteiligungsmöglichkeiten informieren will – kann in der „Schaltzentrale“ im Rathaus anrufen unter (0 51 41) 1 24 20. Neben Vergünstigungen und kleinen Geschenken oder einer großen After-Show-Party erwartet die Festival-Helfer auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis. Auch Menschen aus Gesellschaft und dem öffentlichen Leben möchten die Organisatoren besonders dazu einladen, durch ihr ehrenamtliches Engagement an den Festtagen deutlich zu sagen: „ Ja, ich möchte Gastgeber sein.“
Die Ausgabe 05/2010 als Flashbook - Klick -
Andrea Hoffmann




