Verwaltungseinheit und Heimatregion – ein Landkreis ist beides zugleich. 125 Jahre wird er im April alt, der Landkreis Celle. Grund genug, den runden Geburtstag vielfältig und vielschichtig zu feiern.
Zum 1. April 1885 wurden (Land-)Kreise als neue Verwaltungsbezirke in der damaligen Provinz Hannover eingerichtet. Geschaffen wurde der Kreis Celle aus den aufgelösten Ämtern Bergen und Celle sowie acht Ortschaften aus dem ehemaligen Amt Meinersen (heute Landkreis Gifhorn). Heute setzt sich der Landkreis aus 13 so genannten „kommunalen Gebietskörperschaften“ zusammen: den Städten Celle und Bergen, den Samtgemeinden Eschede, Flotwedel, Lachendorf und Wathlingen, den Gemeinden Hambühren, Hermannsburg, Faßberg, Unterlüß, Wietze und Winsen (Aller) sowie dem Gemeindefreien Bezirk Lohheide. Knapp 180.000 Menschen leben hier auf einer Fläche von 1.545 Quadratkilometern.
Heimat war die Region natürlich schon lange vor der Entstehung des Landkreises. Allerdings hat die Verwaltungseinheit „Landkreis“ mit ihren handelnden Personen im Laufe der vergangenen 125 Jahre für die hier lebenden Menschen Strukturen erarbeitet und gefestigt, die diese Heimat heute auch prägen. Und der wirtschaftliche und soziale Strukturwandel in diesen Jahren war erheblich: Industrialisierung, Mechanisierung und Technisierung der Landwirtschaft, starke soziale Veränderungen, ökologische und politische Wende haben das Gesicht der Landschaft und die Struktur der Region nachhaltig verändert. Der Abbau von Bodenschätzen, Kali und Erdöl, bereicherte und veränderte die Region – und gehört nun auch schon wieder der Vergangenheit an. Die Wirtschaft zu fördern und ihren Wandel zu begleiten gehört ebenso zu den Aufgaben einer Kreisverwaltung, wie durch den Ausbau der Infrastruktur, etwa Straßen, Eisenbahn oder Kommunikation, zur Entwicklung der Region beizutragen.
Auch Natur und Umwelt sind dabei im Blick: Ab den 1950er Jahren wuchs der Tourismus in die Lüneburger Heide, der heute um Rad- und Reiturlaubern ergänzt wird. Mit den Meißendorfer Teichen / Bannetzer Moor oder dem Naturschutzgebiet Lutter hat der Landkreis bundesweit bekannte Naturschutzprojekte unter seiner Egide. „Wenn man die Entwicklung des Landkreises in den 125 Jahren seines Bestehens betrachtet, erstaunt wirklich, wie nachhaltig er sich von einem agrarisch geprägten ländlichen Raum zu einer modernen Region gewandelt hat, in der Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen ebenso aktiv sind, wie nach wie vor die Landwirtschaft. Zudem ist die einzigartige Kulturlandschaft für Urlauber sehr attraktiv. In allen diesen Feldern ist der Landkreis tätig.“ So erklärt Klaus Wiswe das Motto des Landkreises „Zukunft gestalten – Bewährtes erhalten“, das auch über den Aktivitäten des Jubiläumsjahres steht.
Literatur und Musik, Fotografie und Geschichte spielen ebenso eine Rolle beim Kreisjubiläum, wie Politik und Festakte. „Wir wollen gemeinsam mit allen Kreiseinwohnerinnen und Kreiseinwohnern dieses Jubiläum begehen. Deshalb hat sich der Landkreis bemüht, verschiedene Interessen und verschiedene Veranstaltungsformen zu bündeln, von der Ausstellung über Festakte bis zur neuen Musikkomposition, die von einem Jugendchor vorgetragen werden wird. Ob beim Fotowettbewerb, bei literarischen Veranstaltungen oder mit dem Buchprojekt „Innenansichten“ – wir hoffen, dass möglichst viele Menschen sich angesprochen fühlen, sich interessieren und beteiligen“, betont Landrat Klaus Wiswe den verbindenden Charakter des Jubiläums. Kurzweiliges und wissenswertes über die Geschichte des Landkreises kann man zum Beispiel in der Ausstellung des Kreisarchivs erfahren, die derzeit im Kreishaus an der Trift zu sehen ist und dann durch den Landkreis touren wird. Aktuelle Aspekte werden im Jubiläumsbuch „Innenansichten. Einblicke in 125 Jahre Landkreis Celle“ nachzulesen sein, das im April erscheint. Und der Blick der Menschen auf ihren Landkreis wird sich in den Fotoarbeiten widerspiegeln, die man noch bis zum 30. Juni auf der Pressestelle des Landkreises abgeben kann. Alles getreu dem Motto „Zukunft gestalten – Bewährtes erhalten“.
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