02.12.09
Titelstory
Gutes tun! Geben ist seliger denn nehmen

Schenken tut gut! Nach einer Studie kanadischer und amerikanischer Wissenschaftler macht es Menschen glücklicher, Geld für Andere auszugeben als es nur für sich selbst zu verwenden. Dabei ist es egal, ob man viel oder wenig Geld ausgeben kann. Eine andere Untersuchung hat ergeben, dass helfende Menschen älter werden. Helfen kann also in mehrfacher Hinsicht Leben verlängern. Das alte Bibelwort „Geben ist seliger denn nehmen“ – das besonders in der Weihnachtszeit im Bewusstsein ist – scheint also wissenschaftlich belegen zu sein.

Menschen, die anderen helfen, fühlen sich vergleichsweise wohler und – das ist die erstaunliche Erkenntnis – sind offenbar auch gesünder. Psychologische und medizinische Studien belegen das. Außerdem haben Wohltätigkeit und Hilfsbereitschaft moralisch und gesellschaftlich ein gutes Image. Längst hat das auch die Wirtschaft erkannt. „Charity“ gehört für viele Firmen und Einrichtungen selbstverständlich zum guten Ton – und zur Werbestrategie. Selten kommt es jedoch zu solchen Auswüchsen, wie bei jenem US-amerikanischen Großkonzern, der weit mehr Geld dafür ausgab, seine Wohltätigkeit bekannt zu machen, als er tatsächlich spendete. Tue Gutes, und rede darüber. Und Gutes wird gerade in der Vorweihnachtszeit auch in und um Celle getan. Geht es das Jahr über eher um für Spenden für Einrichtungen, Vereine oder um Hilfe bei Katastrophen, so rücken zur Weihnachtszeit einzelne Schicksale und Menschen im unmittelbaren Umfeld ins Blickfeld.

• Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du. Und: Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten (Mutter Theresa, 1910-1997)

Es wird für gute Zwecke gesammelt, gebacken, gestrickt, gekocht und verkauft. Vor Ort sind viele Menschen aktiv, vom Lions-Club über die Bürgerstiftung bis zu Schulklassen, die die Erlöse ihrer Weihnachtsbazars spenden. Von der Celler Tafel über die kirchlichen Sammlungen Misereor oder „Brot für die Welt“ bis zu UNICEF oder den Helfern von Maltesern, Johannitern, ASB oder dem Roten Kreuz; sie alle und noch viele Ungenannte mehr sammeln jährlich für gute Zwecke, für Hilfsbedürftige im In- und Ausland und achten darauf, dass die Spenden auch wirklich bei den richtigen Empfängern ankommen. Dafür sorgen auch die Sammlungsaktionen vor Ort, die schon im Vorfeld nach Empfängern suchen, die Hilfe brauchen. Die Lokalzeitung führt jedes Jahr eine Weihnachts-Spendenaktion für Menschen in Not durch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schadinsky-Verlages haben Plätzchen gebacken und an einem nasskalten Novembertag in der Stadt Gebäck, Waffeln, Glühwein und Kakao angeboten. Der gesamte Erlös kommt in Gänze einem sozialen Projekt in einem Celler Stadtteil und einer Celler Familie mit einem krebskranken Kind zu Gute, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet.

• Das Geben erfordert Verstand (Ovid, 43 v.Chr. – 17 n.Chr.)

Gerade vor Weihnachten flattern einem die Spendenaufrufe zu Hauf in den Briefkasten. Rückblickend auf ein Jahr mag so mancher Geldbeutel lockerer sitzen als sonst. Und dann ist da noch Weihnachten, das Fest der Liebe und des Schenkens. Wann wenn nicht jetzt soll man darüber nachdenken, wie man nicht nur den Nächsten eine (materielle) Freude machen kann, sondern auch, wie man denjenigen helfen und sie erfreuen kann, die in Not sind. Hier liegt ein Kern des Weihnachtsfestes – im großherzigen und vorurteilsfreien Geben und Helfen, in der tätigen Mitmenschlichkeit. Und es kommt nicht auf die Größe der Gabe an, sondern auf den Willen der Schenkenden. Schenken und Geben kann man vieles, auch Zeit oder ein offenes Ohr, Geduld oder Begleitung. Ein Hilfsangebot, wie etwa Schneeschippen oder Babysitten, kann ebenso wertvoll sein, wie Geld- oder Sachspenden. Seien Sie weihnachtlich, geben Sie mit Sinn und Verstand – und mit offenem Herzen. Das beschert Ihnen ein längeres, glücklicheres Leben, den Beschenkten Freude und Hilfe und der Weihnachtszeit ihren Glanz.

Andrea Hoffmann